|   Sitemap   |   Impressum   |   Datenschutzhinweise
|  Historische Bildung   |   Deutsche Militärgeschichte bis 1945   |   Deutsche Militärgeschichte ab 1945   |  
|  Militärsoziologie   |   Sicherheitspolitik und Streitkräfte   |   Medien - Presse   |   Einsatz   |  

 

Bange, Oliver

Barbin, Jéronimo

Dörfler-Dierken, Angelika

Kraft, Ina

Thurau, Markus

van Alst, Niklas

Wöckener, Holger

Wanner, Meike

Sicherheitspolitik und Streitkräfte

Der Forschungsbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte betreibt angewandte sicherheits- und verteidigungspolitische Forschung und die hierzu erforderliche Grundlagenforschung nach anerkannten sozialwissenschaftlichen Methoden und Standards. Die wissenschaftliche Analyse zentraler Fragen deutscher Sicherheitspolitik und die Entwicklung entsprechender Handlungsempfehlungen für das BMVg schließt die Begleitung des Prozesses der multinationalen militärischen Zusammenarbeit Deutschlands und der Bundeswehr sowie die Untersuchung der Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen einer europäischen Streitkräfteintegration ein. Der Forschungsbereich deckt außerdem sozialwissenschaftlichen Erkenntnisbedarf bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen, die sich bei dem umfassenden Prozess der Anpassung von Streitkräften an ein sich dynamisch entwickelndes sicherheitspolitisches Umfeld ergeben, ab. Die Praxis der Umsetzung der Inneren Führung wird sozialwissenschaftlich evaluiert, um auf dieser Basis die Weiterentwicklung der Konzeption der Inneren Führung und des Leitbildes vom Staatsbürger in Uniform wissenschaftlich fundiert zu unterstützen. Der Ansatz des FB IV – Interdisziplinarität, lange Zeitachsen und Fokus auf die Auswirkungen sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen auf Streitkräfte – eignet sich in besonderem Maße dazu, aus den Forschungsergebnissen Referenzwissen herauszuarbeiten und wissenschaftsbasierte Beratungsleistungen für aktuelle sicherheits- und militärpolitische Entscheidungsprozesse zu erbringen. Der Forschungsbereich gliedert sich in die im Folgenden erläuterten drei Projektbereiche.

Ansprechpartner:
Oberst Dr. Holger Wöckener


Projektbereich Deutsche Sicherheitspolitik und Bundeswehr

Forschungsschwerpunkt dieses Projektbereichs ist die Bundeswehr als Instrument der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Gesellschaftlicher Wandel, die Veränderungen der Kriegs- und Einsatzszenarien wie auch die sich weiter entwickelnde Definition westlicher und deutscher Sicherheitsinteressen hatten stets profunde Auswirkungen auf die Struktur und Ausrichtung der Bundeswehr wie auch auf die militärische und politische Strategie des atlantischen Bündnisses. Der Projektbereich leistet sicherheits- und militärpolitische Grundlagenforschung – etwa zur Strategie und zum operativen Denken der NATO, zur Sicherheits- und Militärpolitik der Europäischen Union (EU) sowie zu den Entwicklungen in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und in den Vereinten Nationen (VN). Auf dieser Grundlage können die Auswirkungen auf Wehrstruktur, Streitkräfte- und Einsatzplanung, Ausrüstung und Ausbildung aller Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche der Bundeswehr rekonstruiert und erläutert werden. Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind

  • Der Nichtverbreitungsvertrag und der deutsche Verzicht auf Nuklearwaffen 1955-2015
  • Entspannungsdiplomatie, Rüstungskontrolle und Konzepte gemeinsamer Sicherheit in Europa von 1905 bis 2015
  • Die doppelte deutsche Sicherheits- und Militärpolitik von 1970 bis 1990
  • Auswirkungen von Rationalisierungsprozessen auf Organisation und Einsatz von Streitkräften und sicherheitspolitische Entscheidungen 1955-2015

  • Projektbereich Multinationalität und internationale Streitkräfte

    Unter sozialwissenschaftlicher Perspektive werden im Bereich „Multinationalität und internationale Streitkräfte“ die Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen militärischer Zusammenarbeit und Integration systematisch erfasst und analysiert. Die Forschungsbemühungen untergliedern sich auf drei Ebenen:
    Auf einer ersten Ebene werden Streitkräfte systematisch verglichen und das Zusammenwirken von Soldaten verschiedener Nationen sozialwissenschaftlich untersucht.
    Die strategischen, (sicherheits-)politischen und gesellschaftlichen nationalen Rahmenbedingungen stehen auf einer zweiten Ebene im analytischen Fokus.
    Die supranationale Ebene, mit EU und NATO, und deren Einfluss auf die militärische Multinationalität bilden den dritten Untersuchungsbereich dieses Forschungsfeldes, das sich durch die enge Verzahnung sicherheitspolitischer und militärsoziologischer Forschungsfragen auszeichnet.
     

    Projektbereich Innere Führung, Ethik, Militärseelsorge

    Die Innere Führung gibt den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ein normatives Leitbild vor, das soldatisches Selbstverständnis, Führungskultur und Umgang der Soldatinnen und Soldaten untereinander prägen soll. Daraus ergeben sich zwei Themenkomplexe, die im Projektbereich bearbeitet werden: die Umsetzung des Leitbildes und seine Angemessenheit in Zeiten des Wandels.

  • Die Umsetzung der Konzeption der Inneren Führung und ihrer zehn Gestaltungsfelder wird sozial- und geisteswissenschaftlich evaluiert, um auf dieser Basis die Weiterentwicklung der Konzeption Innere Führung wissenschaftlich fundiert zu unterstützen.
  • Die Konzeption der Inneren Führung wird daraufhin untersucht, wie sie gesellschaftliche und politische Entwicklungen oder neue Erkenntnisse der Sozial- und Geisteswissenschaften spiegelt oder ihnen widerspricht.
  • Im Zentrum aller Überlegungen steht der Soldat bzw. die Soldatin als ethisch handelnder, für seine Taten und Unterlassungen verantwortlicher Mensch, der durch den Umgang mit und den Einsatz von Gewaltmitteln als Individuum sowie in der militärischen Gemeinschaft immer wieder besonderen Gefährdungen und Gefahren ausgesetzt ist.
  • Die Innere Führung beschäftigt sich mit der Integration des Soldaten / der Soldatin in die demokratische und pluralistische Gesellschaft, mit der Legitimation des Soldatenberufs in einer Zeit der kritischen Reflexion auf Gewaltmittel und mit der Motivation des soldatischen Individuums zur Erfüllung seines Auftrags.
  • Ergänzt werden diese Untersuchungen durch Analysen des militär- und sicherheitspolitischen Paradigmenwechsels seit den 1970er Jahren, die dazu geführt haben, dass die friedenspolitische Legitimität des Soldatenberufs intensiv diskutiert wurde und wird. Insbesondere die Friedensbewegungen der 1980er Jahre in West- und Ostdeutschland haben das sicherheitspolitische Paradigma, Verteidigung müsse durch Abschreckung und mit Waffen erfolgen, hinterfragt. Die daraus resultierende Diskussion des Einsatzes militärischer Mittel hat sich u.a. auf die Etablierung des Konzepts vernetzter Sicherheit ausgewirkt, das auch andere als militärische Instrumente der Konflikttransformation betrachtet. Dieser gesellschaftliche und politische Wandel hat Auswirkungen auf das soldatische Selbstverständnis und –bild; er muss von der militärischen Organisation ebenso wie vom einzelnen soldatischen Individuum bewältigt werden.


     

     

     

    Abbildung: Mitarbeiter am Computer bei einer Videokonferenz

    Abbildung: Nahaufnahme beim Markern von Text

    Abbildung: Computerarbeitsplatz mit zwei Monitoren

                nach oben