|   Sitemap   |   Impressum   |   Datenschutzhinweise
|   Aktuelles   |   Archiv   |  






»Spanische Grippe« 1918‑1920 .

Die Pandemie am Ende des Ersten Weltkrieges.

 In der veröffentlichten Meinung und der öffentlichen Wahrnehmung zur gegenwärtigen Corona-Krise ist immer wieder von der „Einzigartigkeit“ oder „Beispiellosigkeit“ dieser Pandemie, von „noch nie da gewesenen Herausforderungen“ die Rede. Der Blick in die Geschichte der Medizin zeigt indessen, dass auch Pandemien dieses Ausmaßes leider kein Einzelfall sind, wie die »Spanische Grippe« der Jahre 1918‑1920 belegt. Oberfeldarzt Dr. André Müllerschön und ich hatten 2017 in der Rubrik „Das historische Stichwort“ der Zeitschrift „Militärgeschichte“ darüber berichtet.

Damals – vor etwas mehr als 100 Jahren und damit noch lange vor der Zeit unserer modernen Globalisierung – wie heute gelang einem Virus die weltweite Verbreitung. Damals wie heute wurde das Virus von Tieren auf den Menschen übertragen und damals wie heute dominierte und lähmte die Pandemie das öffentliche Leben in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt. Die »Spanische Grippe« verlief damals über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren in drei Grippewellen, wie auch heute die Medizin zumindest von einer zweiten Welle ausgeht.

Im Gegensatz zum Corona-Virus bzw. zur von ihm ausgelösten Krankheit COVID-19, die vor allem für alte Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen lebensbedrohlich ist, starben aufgrund eines anderen Krankheitsmechanismus an der »Spanischen Grippe« vor allem junge Menschen im Altersband zwischen 15 und 40 Jahren.

Wir haben in unserem Beitrag des Jahres 2017 abschließend auch auf die Gefahr neuer Pandemien (seinerzeit vor allem in Bezug auf die Grippe) und die Notwendigkeit einschlägiger Forschungen hingewiesen. Derartige Bemühungen seitens der Medizin, insbesondere der Virologie und Mikrobiologie, laufen zurzeit weltweit auf Hochtouren und es bleibt zu hoffen, dass die Errungenschaften der modernen Medizin – sei es in der Herstellung von Impfstoffen oder bei der Entwicklung virostatischer Arzneimittel – die Zahl der Opfer auf ein Minimum reduzieren und eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern können.


 



Oberstarzt Prof. Dr. Ralf Vollmuth


ZMG 4/2017
"Spanische Grippe 1918-1920"
PDF-Download (348 KB)

Militärmedizin im Ersten Weltkrieg
PDF-Download (372 KB)


nach oben
nach oben

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.