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Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage 2016 des ZMSBw veröffentlicht:

Die Bevölkerungsbefragung des ZMSBw 2016 zeigt wie schon in den Vorjahren eine große Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger für die Bundeswehr.

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) hat im II. Quartal 2016 eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zu den sicherheits- und verteidigungspolitischen Einstellungen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger durchgeführt. Der ausführliche Ergebnisbericht enthält neben deskriptiven Statistiken auch umfassende Analysen und geht damit über den bereits veröffentlichten Kurzbericht deutlich hinaus.

Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung des ZMSBw 2016 machen unter anderem deutlich, dass der weit überwiegende Teil der Bürgerinnen und Bürger eine positive Einstellung zur Bundeswehr hat. Wie seit Jahren genießen die deutschen Streitkräfte quer durch alle sozialen Gruppen ein hohes Ansehen. Von Bedeutung für eine positive Bewertung der Streitkräfte sind auch die persönlichen Erfahrungen mit der Bundesswehr sowie deren Wahrnehmung im Alltag und über die Medien. Für die meisten Befragten sind die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ein selbstverständlicher Bestandteil von Staat und Gesellschaft. Ihre Funktionalität und normative Verankerung werden weithin anerkannt. Emotionale Bekenntnisse zu den Streitkräften sind hingegen seltener. Zudem wird die Ausrüstung und Bewaffnung von 38 Prozent der Bürgerinnen und Bürger negativ bewertet (positive Bewertung: 28 Prozent; teils positiv/teils negativ: 28 Prozent).

Im Jahr 2016 ist, erstmals seit dem Beginn der vorliegenden Zeitreihe im Jahr 2000, eine absolute Mehrheit der Bundesbürger (52 Prozent) für eine Vergrößerung der Personalstärke der Bundeswehr. Rund ein Drittel (34 Prozent) votiert dafür, die Zahl der Soldatinnen und Soldaten gleich zu halten, und 8 Prozent sind der Ansicht, dass die Bundeswehr verkleinert werden sollte. Ein ähnlich hohes Ausmaß an Unterstützung zeigt sich im Hinblick auf die Höhe der Verteidigungsausgaben. 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sprechen sich für eine Erhöhung des Verteidigungsetats aus. 34 Prozent plädieren dafür, dass die Ausgaben auf dem gleichen Niveau bleiben, und jeder zehnte wünscht sich eine Verringerung des Verteidigungshaushalts. Zwischen den soziodemografischen Gruppen gibt es lediglich geringe Unterschiede im Hinblick auf die Präferenz zur Personalstärke bzw. zur Höhe der Verteidigungsausgaben. Von größerer Bedeutung sind statt dessen die emotionale und affektive Nähe zu den Streitkräften bzw. Einstellungen zu den Leistungen und Aufgaben der Bundeswehr.

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr werden jeweils von einem beachtlichen Anteil der Bevölkerung abgelehnt. Die beiden Missionen, die 2016 von einer absoluten Mehrheit befürwortet werden, sind der Seenotrettungseinsatz im Mittelmeer (Zustimmung: 66 Prozent; Ablehnung: 12 Prozent) und der EUTM-Einsatz in Mali (Zustimmung: 50 Prozent; Ablehnung: 16 Prozent). Am geringsten ist die Zustimmung beim MINUSMA-Einsatz in Mali (Zustimmung: 34 Prozent; Ablehnung: 24 Prozent) und beim UNIFIL-Einsatz vor der Küste des Libanons (Zustimmung: 40 Prozent; Ablehnung: 23 Prozent). Viele Befragte sind im Hinblick auf die Einsätze unentschieden oder können sich keine eindeutige Meinung bilden (zusammengefasste Anteile „Teils/teils“ und „Weiß nicht/keine Angabe“ von 22 bis 42 Prozent). Betrachtet man die Unterstützung der Auslandseinsätze insgesamt, zeigt sich die besondere Bedeutung der Bereitstellung ausreichender Informationen zu den Einsätzen. Auch unter Kontrolle soziodemografischer Merkmale, politischer Einstellungen, Kontakten und Erfahrungen mit den Streitkräften sowie sicherheitspolitischen Grundhaltungen, haben Personen, die sich besser über die Einsätze informiert fühlen, eine deutlich positivere Bewertung der Missionen der Bundeswehr.

Die Bevölkerungsbefragung des ZMSBw wurde im Zeitraum vom 17. Mai bis 19. Juni 2016 im Rahmen von computergestützten persönlichen Interviews (CAPI) erhoben. Befragt wurden 2.295 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren, die in Privathaushalten in Deutschland leben.

Der ausführliche Ergebnisbericht ist im Anhang als PDF-Dokument beigefügt.

Markus Steinbrecher


Forschungsbericht 114.pdf
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.