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Ein Besuch in Wien zwischen Vergangenheit und Gegenwart:

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Potsdam (ZMSBw) an der Landesverteidigungsakademie (LVAk)des österreichischen Bundesheeres in Wien.

Mit dem Slogan „Wien ist alt, Wien ist neu – und so vielfältig“ wirbt die österreichische Hauptstadt auf ihrer Homepage im Internet. Hiervon konnte sich eine Delegation des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) aus Potsdam zwischen dem 17. und 20. Mai 2017 überzeugen. Im Rahmen des vor rund drei Jahren zwischen der Landesverteidigungsakademie des österreichischen Bundesheeres (LVAk) und dem ZMSBw geschlossenen Kooperationsvertrages besuchten der Kommandeur des ZMSBw, Oberst Dr. Hans-Hubertus Mack, der Beauftragte des Inspekteurs des Sanitätsdienstes für Geschichte, Theorie und Ethik der Wehrmedizin, Oberstarzt Prof. Dr. Ralf Vollmuth und der Beauftragte für die Kooperation mit der LVAk, Oberstleutnant Dr. Dieter Kollmer, die höchste Bildungseinrichtung der österreichischen Streitkräfte auf dem Wiener Spittelberg. Grund für den diesjährigen Besuch waren zwei wissenschaftliche Veranstaltungen unter der maßgeblichen Ägide des Leiters Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik an der LVAk, Hofrat Univ.-Doz. Dr. Erwin Schmidl, in denen die Vergangenheit und die Gegenwart des Militärs in Europa vermessen wurden.

In den Räumen des altehrwürdigen Josephinums vormals Sitz der 1785 eröffneten k.k. medizinisch-chirurgischen Josephs-Academie und heute Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Universität Wien fand das 3. österreichisch-deutsche Symposium “Militär – Geschichte – Gesellschaft“ zum Thema „Medizin im Totalen Krieg: Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg“ statt. In Anwesenheit der Kommandantin der Sanitätsschule des österreichischen Bundesheeres, Frau Brigadier (Generalarzt) Dr. Andrea Leitgeb, und der Präsidentin des Fördervereins des Josephinums, Dr. Eliette Thurn Valssassina-Zeller, wurde in drei Vorträge zu den Themen „Sanitätsdienst, Medizin und medizinische Ethik im Ersten Weltkrieg“, „Frontline Nursing: Zum Einsatz von Krankenpflegerinnen im Ersten Weltkrieg“ und „Zur Sanitätsversorgung der k.u.k. Armee im Ersten Weltkrieg“ vor dem Publikum der sehr gut besuchten Veranstaltung deutlich, dass es noch eine Vielzahl von Desideraten in diesem bisher vernachlässigten Forschungsfeld der Medizin- und Militärgeschichte gibt und eine Fortsetzung der geschichtswissenschaftlichen Untersuchung des Gegenstandes sowie des multilateralen Austausches zwischen Historikern dringend notwendig ist.

Am nächsten Tag nahm die Delegation auf Einladung des Militärhistorischen und des Sozialwissenschaftlichen Beirates der Wissenschaftskommission beim Bundesminister für Landesverteidigung und Sport auf dem niederösterreichischen Renaissanceschloss Schallaburg an der jährlichen wissenschaftlichen Tagung der Beiräte teil. In sechs Vorträgen durchleuchteten Wissenschaftler aus vier Nationen unter sehr unterschiedlichen Blickwinkeln die Thematik „Muslime und Streitkräfte: Zwischen Konfrontation und Integration“.

Die Tage in Wien zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben der Delegation aus Potsdam verdeutlicht, dass es in Zukunft von herausragender Bedeutung sein wird, die Erforschung von wichtigen wissenschaftlichen Desideraten nicht nur national zu betreiben, sondern darüber hinaus auch regelmäßig und institutionalisiert den Austausch und die Kooperation mit internationalen Partner zu suchen. Das Format des vor zwei Jahren aus der Taufe gehobenen jährlichen österreichisch-deutschen Symposiums “Militär – Geschichte – Gesellschaft“ ist hierfür ein sinnvoller Einstieg, der in Zukunft sukzessive weiterentwickelt werden muss.

Dieter H. Kollmer



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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.