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Buchpräsentation und Vortrag am 7. Oktober in Wittstock: "Sperrgebiete in der DDR"

Vorgestellt in den Museen Alte Bischofsburg in Wittstock. Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) und dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU).

Die Buchpräsentation fand am 7. Oktober 2015 in den Räumen der Alten Bischofsburg in Wittstock statt. Eingeladen hatte die Leiterin der Kreismusseen Antje Zeiger – ein interessiertes und kundiges Publikum kam. Im Rahmenprogramm der Ausstellung „Sperrgebiete II“, die sich mit dem großen Truppenübungsplatz bei Wittstock befasst, gewährten die Herausgeber des Atlas „Sperrgebiete in der DDR“, Dr. Christian Adam (ZMSBw) und Martin Erdmann (BStU), einen Einblick in ihr Projekt.

 

Der Leiter der Abteilung Forschung beim Bundesbeauftragten, Dr. Helge Heidemeyer, und der Forschungsbereichsleiter Militärgeschichte nach 1945 vom ZMSBw, Dr. Rüdiger Wenzke, hoben eingangs die gute Zusammenarbeit beider wissenschaftlicher Einrichtungen hervor. Dr. Wenzke hatte das Kartografie-Projekt, das im Kern Informationen aus Stasi-Unterlagen verarbeitete, über einen längeren Zeitraum mit seiner Expertise begleitet.

 

Der nun erschienene Atlas zeigt auf rund 100 Karten die von den bewaffneten Organen der DDR und der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland genutzten Liegenschaften. Rund 6000 einzelne Objekte, vom Beobachtungsposten bis zum Truppenübungsplatz, sind verzeichnet.

Das Kartenprojekt „Sperrgebiete “ des BStU verdankt seine Existenz der Tatsache, dass in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre in der DDR umfassende Aktivitäten einsetzten, von den sowjetischen Streitkräften genutzte Objekte und Areale zu katalogisieren. Diese schlugen sich in den Akten des Ministeriums für Staatssicherheit nieder. Es handelte sich dabei um direkte Folgen der Konferenz über vertrauensbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa (KVAE). Eine Verzeichnung der von der Nationalen Volksarmee (NVA) und den Grenztruppen der DDR genutzten Gebiete lag Mitte 1987 vor. Mit der analogen Erfassung der durch die sowjetischen Streitkräfte in Anspruch genommenen Flächen begannen staatliche Stellen zum Ende der DDR hin.

 

Ein weiterer wichtiger Antrieb für dieses Vorhaben war der wachsende Unmut innerhalb der Bevölkerung der DDR u.a. über unrechtmäßige Gebietsaneignungen durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Ungeregelte Nutzungen von Land, Schäden durch Manöver und Truppenbewegungen bis hin zu verhängnisvollen Unglücken und Todesfällen nahmen zu. Sie ließen sich in den 1980er-Jahren auch von der DDR-Staatsführung nicht mehr einfach ignorieren.

Das bestätigten auch die Besucher der Veranstaltung in Wittstock in einer lebendigen Abschlussdiskussion. Die massive Präsenz sowjetischer Streitkräfte hatte die Region über Jahre geprägt – bis weit in den Alltag der Menschen hinein. Die Ausstellung „Sperrgebiete II“ knüpft an diese persönlichen Erfahrungen an und ist noch bis zum 10. Januar 2016 zu sehen.

 

Sperrgebiete in der DDR. Ein Atlas von Standorten des MfS, des MdI, des MfNV und der GSSD. Erarbeitet von Horst Henkel und Wolfgang Scholz. Hg. von Christian Adam und Martin Erdmann. Berlin 2015 (BF informiert 34)

Erhältlich als Print- und Onlineausgabe über www.bstu.de

 

Die Ausstellung ist zu sehen in den

Kreismuseen Alte Bischofsburg

Amtshof 1-5

16909 Wittstock (Dosse)

http://www.mdk-wittstock.de/



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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.