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Buchpräsentation in Bonn: Loya Jirga. Afghanischer Mythos, Ratsversammlung und Verfassungsorgan.

Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), das BMBF-finanzierte Kompetenznetzwerk Crossroads Asia, das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMBSBw) sowie der Rombach Verlag laden zur Buchpräsentation ein.

Mythos, Ratsversammlung und Verfassungsorgan: Die Loya Jirga als Teil der politischen Geschichte und Kultur Afghanistans.
 
Benjamin Buchholz behandelt in seiner Studie die afghanische Ratsversammlung Loya Jirga, die seit der Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn 2001 in aller Munde ist. Die Loya Jirga, so das weit verbreitete Verständnis, könne als traditionelles »Stammesparlament« im 21. Jahrhundert die afghanische Staatlichkeit auf afghanistantypische Weise voran bringen.
 
Das vorgestellte Buch zeigt, dass das Phänomen der Loya Jirga so einfach nicht zu fassen ist. Gestützt auf bislang unerschlossene Quellen aus afghanischen und europäischen Archiven macht Buchholz deutlich, wie afghanische Könige, kommunistische Führungen oder demokratisch legitimierte Regierungen das Instrument der Loya Jirga nutzten, um den eigenen Machtanspruch zu dokumentieren oder zu festigen. Afghanische Herrscher
ließen von Loya Jirgas wichtige Beschlüsse verabschieden und schufen mit ihnen öffentliche Kommunikationsforen, mit deren Hilfe Botschaften von Kabul aus an die afghanische Peripherie transportiert werden konnten.
 
Noch 2013 ließ der afghanische Präsident Hamid Karzai eine Loya Jirga über die Präsenz von USA und NATO nach dem Auslaufen der ISAF-Mission 2014 beraten. Wie jeder vorherige Konvent spiegelte auch die Loya Jirga von 2013 die Gesellschaftsvorstellungen und Machtkonstellation ihrer Zeit wider.
 
Wer mit Buchholz den Weg durch Jahrzehnte vielfältiger Inszenierungen von Herrschaft beschreitet, wird begreifen, wie wechselnde afghanische Regierungen bis heute von Kabul aus die Provinzen zu beeinflussen und in eine gewünschte Richtung zu lenken suchen. Er oder sie wird gleichfalls verstehen, warum sich Afghanistan mit einer westlichen Auffassung von politischer Repräsentanz und Entscheidungsfindung allein nicht regieren lässt.
 
Ort:
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
Walter-Flex-Str. 3
53113 Bonn 
Zeit:
Mittwoch, 19. Februar 2014, 18:30 Uhr
 
Ihre Anmeldung richten Sie bitte bis zum 17.02.2014 an: 
 ZEF, Dr. Anna-Katharina Hornidge, crossroads@uni-bonn.de
 
 
Benjamin Buchholz, Loya Jirga. Afghanischer Mythos, Ratsversammlung und Verfassungsorgan. Freiburg i.Br., Berlin, Wien: Rombach 2013, 279 S.,  (= Neueste Militärgeschichte. Analysen und Studien, 2), ISBN 978-3-7930-9735-8, 34,– EUR.
 
 
 
 
 
 
 

Einladung Buchpräsentation.pdf
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.