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Abbildung Oberst i.G. Dr. phil. Hans Meier-Welcker

100. Geburtstag:

Oberst i.G. Dr. phil. Hans Meier-Welcker, erster Amtschef des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes

Am 29. August gedenken die Mitarbeiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes ihres ersten Amtschefs, Oberst Dr. Hans Meier-Welcker. Der am 29. August 1906 im badischen Offenburg geborene Sohn eines Militärjuristen hat als Soldat in drei deutschen Armeen gedient. 1925 in die Reichswehr eingetreten und zum Infanterieoffizier ausgebildet, avancierte er bis 1931 zum Kompanieführer. In der Wehrmacht durchlief er die Ausbildung zum Generalstabsoffizier und war während des Zweiten Weltkrieges im Westen, in Italien und an der Ostfront eingesetzt, zuletzt 1945 als Chef des Stabes eines Armee-Korps im Emsland.

Nach zweijähriger Kriegsgefangenschaft widmete sich der ehemalige Berufsoffizier in Tübingen dem Studium der Geschichte, das er mit der Promotion abschloß. Unter seinen akademischen Lehrern wurde er besonders von dem aus dem Exil zurückgekehrten Zeithistoriker Hans Rothfels beeinflußt. Von ihm übernahm er nicht nur den methodischen Zugriff auf Geschichte als quellengestützter Wissenschaft. Dessen Studien zum Widerstand gegen Hitler lieferten ihm auch wichtige Maßstäbe für den kritischen Umgang mit Militärgeschichte als Grundlage für ein ethisch gebundenes Soldatentum. Daraus entwickelte er 1952 als Leiter des Referats "Militärwissenschaft" in der Dienststelle Blank den Anspruch für eine neu zu gestaltende Militärgeschichte, die aus ihrer bisherigen Rolle als Generalstabswissenschaft heraustreten und sich künftig als Teildisziplin der allgemeinen Geschichtswissenschaft verstehen sollte.

Mit dem 1. Januar 1957 übernahm er die Aufstellung der Militärgeschichtlichen Forschungsstelle in Langenau bei Ulm, die 1958 nach Freiburg/Br. verlegt und in Militärgeschichtliches Forschungsamt umbenannt wurde. Als sein erster Amtschef öffnete er die militärgeschichtliche Forschung von Anfang an für einen erweiterten Methodenkanon, über den Militär und Krieg eingebettet werden sollten in die Rahmenbedingungen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. In der Debatte um den Standort von Militärgeschichte stellte er im Gegensatz zu den Stimmen, die weiterhin nach deren "praktischem Nutzen" für die Ausbildung von Soldaten suchten, ganz im Sinne von Jacob Burckhardt den "inneren Nutzen" von historischem Wissen als Anstoß zu einem differenzierten Durchdenken des Militärhandwerks heraus.

Auch nach seinem Abschied aus dem aktiven Dienst am 30. September 1964 blieb der Soldat und Wissenschaftler, der in seiner Person die Spannung zwischen beiden Rollen auf so produktive Weise zu überwinden verstanden hatte, der Geschichtsforschung aktiv verbunden.

Am 1. Januar 1983 starb Hans Meier-Welcker in Freiburg/Br. Das Militärgeschichtliche Forschungsamt weiß sich bleibend seiner Orientierung an einer wissenschaftlichen Militärgeschichte verpflichtet. Es ehrt die Haltung und Leistung seines ersten Amtschefs durch die Benennung seines Vortragsraumes als "Hans-Meier-Welcker-Saal".


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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.