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Website zum Nationalen Verteidigungsrat (NVR) der DDR:

Das MGFA, das Bundesarchiv und das Institut für Zeitgeschichte stellen eine edierte Aktenedition zur Verteidigungspolitik von DDR und Warschauer Pakt ins Internet

Das Militärgeschichtliche Forschungsamt der Bundeswehr, das Bundesarchiv sowie das Institut für Zeitgeschichte (München-Berlin) präsentieren ein innovatives Projekt, das erstmals die Protokolle des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) der DDR im Internet verfügbar macht. Die Dokumente dieses Bestandes unterlagen bis Anfang 1990 strenger Geheimhaltung. Sie zählen heute zu den Schlüsseldokumenten der Sicherheits- und Militärpolitik der SED. Die Akten dokumentieren neben den eigentlichen militärischen Sicherheits- und Verteidigungsanstrengungen des Regimes auch die umfassende Militarisierung von Staat und Gesellschaft in der DDR und erlauben einen Blick auf die NATO von außen. Ferner spiegeln sie den Aufbau des Warschauer Paktes als Instrument zur Wahrung der sowjetischen Hegemonial- und Sicherheitsinteressen in Osteuropa wider. Sie ermöglichen somit tiefe Einblicke in das ostdeutsche sowie sowjetische Herrschaftssystem insgesamt. Für die Veröffentlichung der rund 17 000 Blatt umfassenden Sitzungsprotokolle des NVR (1960 bis 1989) schien das Publikationsmedium Internet ideal geeignet.

Seit 2005 realisierte Major Heiner Bröckermann M.A. (MGFA) das Gemeinschaftsvorhaben mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Aufarbeitung. Besondere Synergieeffekte ergaben sich durch das zeitgleiche Vorhaben des Bundesarchivs, das auf der Basis internationaler Standards Software-Werkzeuge für die Internetpräsentation von digitalisiertem Archivgut entwickelte. Mit Hilfe neuer Instrumente wurden die digitalen Abbildungen des Bestandes in das Online-Findbuch zum Nationalen Verteidigungsrat der DDR eingebunden. Der Internet-Nutzer kann nun gezielt Protokolle einzelner Sitzungen auswählen und vollständig durchsehen. Dabei kommt ein innovatives Präsentationsmodell zum Einsatz, das die einfache Orientierung gewährleistet und eine zielgerichtete Suche erlaubt.

Das Projekt ermöglicht allen Wissenschaftlern den unbeschränkten Zugang zu historisch bedeutsamen Aktenbeständen, die auch für die Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte in den Staaten Ostmittel- und Osteuropas von erheblicher Bedeutung sind. Die neue Internetplattform bietet deshalb einen eigenen Bereich für Staaten des ehemaligen Warschauer Vertrages, um über dem NVR vergleichbare Gremien und den Verbleib der dazugehörigen Akten zu informieren. Die deutsche Inititiative soll die ehemaligen Ostblockstaaten dazu ermuntern, eigene Akten verstärkt der Wissenschaft zugänglich zu machen. Vergleichende Beiträge haben bislang renommierte Historiker aus Bulgarien (Prof. Jordan Baew, Sofia), Polen (Prof. Andrzej Paczkowski, Warschau), Rumänien (Dr. Carmen Rijnoveanu, Bukarest), der Tschechischen Republik (Dr. Jaroslav Lanik, Prag), Russland (Oberst Dr. Michail Ljoschin und Dr. Matthias Uhl, Moskau) sowie Ungarn (Dr. Pal Germuska, Budapest) beigesteuert.

Internet: www.nationaler-verteidigungsrat.de .

Kontakt: Major Heiner Bröckermann M.A. (HeinerBroeckermann@bundeswehr.org).

Pressemitteilung pressemitteilungwebsitenvr.pdf
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.